Tutorial: Badebomben




















Du brauchst:

- die Zutaten natürlich
- eine Form für Badebomben 5cm / 2inch (2 Halbkugeln) bzw. eine Badekugelzange
- eine alte Schüssel in der man kein Essen mehr zubereitet
- eine grammgenaue Waage
- einen Topf
- Handschuhe
- nützlich, aber nicht unbedingt notwendig: ein Silikon-Topfauskratzer für das Fett
- evtl. Kochthermometer

Mein Rezept für

PFLEGENDE BADEBOMBE

250g Natron
125g Zitronensäure
40g Stärke
50g Milchpulver
65g Kakaobutter
5g Sojalecithin flüssig (entspricht 3g Mulsifan)
8g Ätherisches Öl
evtl. Lebensmittelfarbe in Pulverform

Die Herstellung ist eigentlich ganz einfach. Man prüft ob alle trockenen Bestandteile klümpchenfrei sind, falls nicht zerdrückt man alle Klümpchen. Das ist wichtig. Man mischt dann noch evtl. die Farbe darunter. Danach schmilzt man die Kakaobutter im Topf, die Temperatur sollte nicht über 50°C reichen. Danach gibt man seinen Duft und das Lecithin in das Öl und gibt dieses Gemisch dann langsam, schrittweise zu den trockenen Zutaten, während man die Masse gleichzeitig knetet. Die Masse soll so homogen wie möglich sein. Dann füllt man beide Hälften der Form mit der Masse, jeweils mit einem kleinen Berg darauf, presst sie zusammen, und nimmt die Form vorsichtig ab. Dann hat man sehr fragile Badebomben die man für ein paar Stunden liegen lässt, wonach sie sehr hart geworden sind und verpackt werden können.

Ich habe mir die Menge pro Kugel errechnet. Das kann ganz nützlich sein.

Pro 5cm Kugel sind es in etwa

37,5g Natron
19g Zitronensäure
6g Stärke
7,5g Milchpulver
11,25g Kakaobutter
0,75g Lecithin
1,5g Ätherisches Öl

Das war jetzt die Version Badebombe mit Pflege. Man kann allerdings auch Badebomben machen die nur sprudeln und gut riechen. Dafür hätte ich folgendes Rezept:

SUPERSPRUDELBOMBE

352g Natron
176g Zitronensäure
30g Epsom Salz (Bittersalz, Natriumsulfat)
30g Tonerde
11g Ätherische Öle
24 Tropfen Wasser (oder flüssige Lebensmittelfarbe, Rosenwasser, Orangenwasser...)

Zitronensäure, Bittersalz, Tonerde gut klümpchenfrei mischen. Natron mit Wasser bzw. Lebensmittelfarbe mischen, ÄÖ dazu und dies danach schnell mit den anderen Zutaten vermischen. In Förmchen drücken, ausformen und aushärten lassen. Danach verpacken. Ergibt ca. 6 Stück.

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Okay, das sind die Basics zum rauskopieren, jetzt kommen meine Spezialtipps :)

Deko und Farbe
Man kann theoretisch alle möglichen Backzutaten mit verarbeiten, Zuckerkügelchen, Kosmetikglitter, getrocknete Blüten gehen auch. Man muss nur vorher planen was sich auflöst und was nicht, bzw. ob man gern oben schwimmende Zusätze haben möchte. Wenn man ohne Form per Hand rollt könnte man die Kugeln in irgendetwas wälzen um sie aufzuhübschen. Beim letzteren Sprudelrezept kann man auch farbige Tonerde kaufen, die gibt es in allen möglichen Farben. Ich persönlich verwende keine Lebensmittelfarben und Co., deshalb wäre das meine erste Wahl. Aber ich habe das Zeug ja eh schon da, durch meine Seifensiederei. Ich habe mir für meine Bomben im Asialaden Süßkartoffelstärke gekauft, in orange und lila (es gibt zwei solche Süßkartoffelsorten), die ersetzen jedoch nicht den Stärkeanteil komplett, man muss noch welche zusetzen. Kosmetik Micas gehen auch, davon nur ganz wenig nehmen.

Düfte
Ich benutze nur Ätherische Öle, aber man kann natürlich auch Parfümöl nehmen, je nachdem welchen Duft man so mag. Man sollte Handschuhe tragen. Deshalb auch die alte Schüssel zum zusammenmengen, kurz im Topf gemischt mit dem Fett sind ÄÖ nicht so dramatisch, aber wenn man sie länger in einem Plastik- oder Glasgefäß hat, gerade auch noch warm, dann kriegt man die Düfte lange schwer bis gar nicht mehr raus. Ist dann nicht mehr so schön darin Essen zuzubereiten.

Wenn man sich Düfte mischen möchte kann man super in Schraubgläsern auf Klopapier Duftproben machen. Einfach je ein Tropfen, bzw. nach Verhältnismäßigkeit tropfen, aufschreiben, und einen Tag stehen lassen. Oft riecht alles dann doch anders als man dachte, Düfte verändern sich zusammen auch manchmal.

Milchpulver
Ich habe hier welches von einer privaten Schafzucht aus der Umgebung, da ist nur pure unentfettete Schafsmilch drin. Man muss aufpassen, in vielen kommerziellen Milchpulvern sind noch allerlei andere Sachen zugesetzt. Ich würde versuchen das zu nehmen das am wenigsten Zusätze hat. Vollfettpulver ist außerdem besser als entfettetes. Man kann von Buttermilch, über Schaf, Ziege, Kuh, alles nehmen, auch Kokosmilchpulver, wonach einem der Sinn steht.

Lecithin
ist ein Emulgator der das Fett bindet, damit es nicht so schmiert und man keine Fettränder bekommt. Am gebräuchlichsten ist Mulsifan, das ist ein synthetisch hergestellter Emulgator. Ich benutze Sojalecithin, weil das natürlich ist und auch in Nahrung vorkommt. Man braucht davon in etwa 1% der Gesamtmenge. Vom Mulsifan hingegen benötigt man 3/5 dieser Menge, also auf 500g Badekugelmasse kämen 5g Sojalecithin (auch Lysolecithin genannt) oder 3g Mulsifan. Es gibt auch eine Menge anderer Lecithine, Fluidlecithin, Sonneblumenlecithin etc., da würde ich wie beim Sojalecithin auch dosieren.

Zitronensäure und Natron
Natron ist ein Bestandteil des Backpulvers, aber man kann es nicht durch Backpulver ersetzen. Natron und Zitronensäure reagieren miteinander, wodurch der Sprudeleffekt entsteht (bzw. auch Bläschen im Kuchen). Man kann auch eine Hälfte der Zitronensäure durch Weinsäure ersetzen, wenn man möchte, dass das Wasser ein klein wenig schäumt.

Fette
Für das erste Rezept kann man auch alle möglichen anderen feste Fette benutzen. Kakaobutter, Mangobutter oder Sheabutter sind jedoch die pflegendsen. Kokosfett oder Fettstange z.B. kann man auch nehmen, das pflegt nicht ganz so doll, aber man kriegt es in Supermärkten. Die Fette verteilt man am besten gleichmäßig im Topf, nicht in Form eines großen Klumpens, damit sie sanfter schmelzen.

Formen
Also zwecks der Förmchen habe ich gehört, dass man auch bspsw. die ganz kleinen BLANDA Schüsselchen von IKEA nehmen kann. Notfalls kann man auch mit der Hand rollen, was jedoch dann natürlich nicht ganz so toll aussieht. Es gibt verschiedene Größen, 4,5 bis 5cm sind aber in etwa Standard. Spezielle Zangen dafür gibt es auch, ich fand jedoch die 2 Sphären ganz praktisch. Die Formen sollten aus hartem Stoff, wie Metall sein, weil man die Masse gut zusammendrücken muss.

Troubleshooting
Die Masse sollte die Konsistenz von feuchtem Sand der klumpt, in etwa wie Streuselteig, haben. Bleibt sie matschig in den Förmchen kleben, dann fügt man noch etwas Stärke hinzu. Bröseln die Kugeln auseinander und die Masse ist zu trocken, gibt man ein paar Tropfen Öl hinzu. Da tut es jedes normale Haushaltsöl. Je länger man knetet, umso trockener wird die Masse. Sie muss homogen sein, man darf sie aber nicht zu lange kneten.

Verpackung
Man muss die Dinger verpacken, weil die Düfte sonst verfliegen würden. Außerdem sind sie auch schon extrem geruchsintensiv. Man kann sie in einem luftdichten Behälter lagern (aber hier ist auch zu beachten, dass die Düfte sich sicher einlagern und schwer auszuwaschen sein werden, also vielleicht auslegen). Wenn man sie mit Frischhaltefolie einzeln verpacken will, dann braucht man einen Fön mit Heißluftfunktion. Man schneidet dann ein Quadrat aus, und pustet auf niedriger Stufe aber mit maximaler Hitze die Folie um die Badebombe, den Verschluss zuletzt.

Deklarierung
Wirklich wichtig ist, wenn man selbstgemachte Kosmetik verschenkt, dann muss man eine Auflistung der Inhaltsstoffe mitgeben. Man kann ja nie so genau wissen worauf jemand vielleicht allergisch reagiert, Menschen sprechen über sowas ja nicht immer, wissen das aber selbst meist genau.

Bleibt nur noch zu wünschen: Fröhliches Badebomben machen!


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